So kann die Erkrankung behandelt werden

Die Behandlung einer chronischen Entzündung in Nase und Nasennebenhöhlen mit Nasenpolypen hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Um Betroffenen helfen zu können, ist es wichtig zu verstehen, dass der Erkrankung bestimmte Entzündungsprozesse zugrunde liegen – in bis zu 80 % der Fälle kann es sich um eine sogenannte Typ-2-Entzündung handeln.

Man unterscheidet bei den Behandlungsmöglichkeiten zwischen Basistherapie und gezielter Therapie.

  • Basistherapie

    Die meisten Patientinnen und Patienten mit chronischer Entzündung in Nase und Nasennebenhöhlen mit Nasenpolypen erhalten als erste Therapie hauptsächlich Nasensprays, -tropfen oder -duschen.

    • Salzhaltige Nasensprays, Nasentropfen oder Nasenduschen
      Diese Sprays, Tropfen oder Duschen werden meist ein- oder zweimal täglich als Langzeittherapie empfohlen. Die Anwendung sollte erfolgen, solange die Beschwerden anhalten. Oft ist eine dauerhafte Therapie sinnvoll. Die Salzlösung wirkt zwar nicht auf die Entzündung selbst, sie kann aber dazu beitragen, die Funktion der Nase und damit die Symptome zu verbessern. Krusten, Schleim und entzündungsfördernde Stoffe wie allergieauslösende Substanzen werden so entfernt. Zudem wird die Nasenschleimhaut befeuchtet.
    • Kortisonhaltige Nasensprays
      Als Alternative oder begleitend kann die HNO-Ärztin oder der HNO-Arzt nicht-rezeptpflichtige kortisonhaltige Nasensprays empfehlen, die die Entzündung direkt lindern sollen. Um das Kortison in der Nasenhöhle und den Nasennebenhöhlen zu verteilen, kann zusätzlich ein salzhaltiges Nasenspray oder eine Nasendusche unmittelbar vor dem Kortison-Nasenspray angewendet werden.
  • Gezielte Therapie

    Wenn die Basistherapie keine ausreichende Wirkung zeigt, gibt es verschiedene Möglichkeiten für eine gezielte Therapie.

    • Kortisontabletten
      In manchen Fällen kann eine kurzzeitige Einnahme von Kortisontabletten sinnvoll sein, um die Entzündung zu reduzieren.
    • Antibiotika
      Eine Therapie mit Antibiotika kann in wenigen Fällen ebenfalls infrage kommen. Um zu vermeiden, dass sich Antibiotikaresistenzen entwickeln, sollte diese Entscheidung aber sorgfältig mit der HNO-Ärztin oder dem HNO-Arzt abgewogen werden.
    • Operation
      Bleiben die Beschwerden bestehen, kann über eine Operation nachgedacht werden. Ziel des Eingriffs ist es, die normale Funktion der Nasennebenhöhlen wiederherzustellen und ggf. Nasenpolypen abzutragen. Allerdings können die Nasenpolypen bei einem Teil der Patient*innen einige Zeit nach der OP erneut auftreten.
    • Biologika
      Für eine zielgerichtete Therapie lassen sich auch innovative Wirkstoffe – sogenannte Biologika – nutzen, die die Entzündung zielgerichtet angehen. Patient*innen, die trotz bisheriger Basistherapien bzw. Operation oder Kortisontabletten weiterhin unter einer schweren und unkontrollierten chronischen Entzündung der Nase und Nasennebenhöhlen mit Nasenpolypen leiden, könnten von der Behandlung mit einem Biologikum profitieren.

    Basistherapie

    Die meisten Patientinnen und Patienten mit chronischer Entzündung in Nase und Nasennebenhöhlen mit Nasenpolypen erhalten als erste Therapie hauptsächlich Nasensprays, -tropfen oder -duschen.

    • Salzhaltige Nasensprays, Nasentropfen oder Nasenduschen
      Diese Sprays, Tropfen oder Duschen werden meist ein- oder zweimal täglich als Langzeittherapie empfohlen. Die Anwendung sollte erfolgen, solange die Beschwerden anhalten. Oft ist eine dauerhafte Therapie sinnvoll. 
      Die Salzlösung wirkt zwar nicht auf die Entzündung selbst, sie kann aber dazu beitragen, die Funktion der Nase und damit die Symptome zu verbessern. Krusten, Schleim und entzündungsfördernde Stoffe wie allergieauslösende Substanzen werden so entfernt. Zudem wird die Nasenschleimhaut befeuchtet.
    • Kortisonhaltige Nasensprays
      Als Alternative oder begleitend kann die HNO-Ärztin oder der HNO-Arzt nicht-rezeptpflichtige kortisonhaltige Nasensprays empfehlen, die die Entzündung direkt lindern sollen. Um das Kortison in der Nasenhöhle und den Nasennebenhöhlen zu verteilen, kann zusätzlich ein salzhaltiges Nasenspray oder eine Nasendusche unmittelbar vor dem Kortison-Nasenspray angewendet werden.

    Gezielte Therapie

    Wenn die Basistherapie keine ausreichende Wirkung zeigt, gibt es verschiedene Möglichkeiten für eine gezielte Therapie.

    • Kortisontabletten
      In manchen Fällen kann eine kurzzeitige Einnahme von Kortisontabletten sinnvoll sein, um die Entzündung zu reduzieren.
    • Antibiotika
      Eine Therapie mit Antibiotika kann in wenigen Fällen ebenfalls infrage kommen. Um zu vermeiden, dass sich Antibiotikaresistenzen entwickeln, sollte diese Entscheidung aber sorgfältig mit der HNO-Ärztin oder dem HNO-Arzt abgewogen werden.
    • Operation
      Bleiben die Beschwerden bestehen, kann über eine Operation nachgedacht werden. Ziel des Eingriffs ist es, die normale Funktion der Nasennebenhöhlen wiederherzustellen und ggf. Nasenpolypen abzutragen. Allerdings können die Nasenpolypen bei einem Teil der Patient*innen einige Zeit nach der OP erneut auftreten.
    • Biologika
      Für eine zielgerichtete Therapie lassen sich auch innovative Wirkstoffe – sogenannte Biologika – nutzen, die die Entzündung zielgerichtet angehen. Da Betroffene mit einer schweren und unkontrollierten Erkrankung oft schlechter auf Basis-Therapien ansprechen, könnten sie von der Behandlung mit einem Biologikum profitieren.

Mythen und Fakten

Da die chronische Entzündung in Nase und Nebenhöhlen mit Nasenpolypen oft schwierig zu diagnostizieren ist und von Betroffenen häufig nicht als eigenständige Krankheit eingeordnet wird, halten sich viele Mythen hartnäckig. Deshalb ist es umso wichtiger, die Fakten zu kennen.

    Das stimmt nicht.

    Am häufigsten betroffen sind Personen zwischen 40 und 60 Jahren. Dieses Missverständnis könnte daher kommen, dass bei Kindern (meistens zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr) die Rachenmandeln vergrößert sein können. Diese Wucherungen werden umgangssprachlich fälschlicherweise als „Polypen“ bezeichnet. Nasenpolypen sind jedoch gutartige Ausstülpungen der Schleimhaut, die in Nase und Nebenhöhlen ragen. Häufig betreffen sie Patient*innen mit chronischer Entzündung in Nase und Nebenhöhlen.

    Doch!

    Eine chronische Entzündung in Nase und Nebenhöhlen mit Nasenpolypen ist eine ernstzunehmende Krankheit, die einer Therapie bedarf. In Deutschland leiden etwa 2 bis 4 % der Erwachsenen unter einer chronischen Entzündung in Nase und Nasennebenhöhlen mit Nasenpolypen.

    Vorsicht!

    Bestimmte Hausmittel können vielleicht kurzfristig Abhilfe schaffen. Sollten die Symptome aber länger als 3 Monate anhalten, könnte es sich um eine chronische Entzündung von Nase und Nasennebenhöhlen (mit oder ohne Nasenpolypen) handeln. Betroffene sollten daher sicherheitshalber einen Termin bei ihrer HNO-Ärztin oder ihrem HNO-Arzt vereinbaren, um zu klären, ob dies der Fall ist.

    Betroffene empfinden das meist anders.

    Denn Veränderungen des Geruchs- und Geschmackssinns können das Leben sehr beeinträchtigen: Das Lieblingsessen verliert den Geschmack oder schmeckt plötzlich anders. Aber auch Beziehungen zu geliebten Menschen können leiden, wenn man sie auf einmal im wahrsten Sinne nicht mehr riechen kann – denn der Geruchssinn ist eng mit dem emotionalen Empfinden verknüpft.

    Geruchs- und Geschmackssinn haben auch eine Sicherheitsfunktion: Sie können uns davor bewahren, schlecht gewordene Lebensmittel zu essen oder dazu beitragen, dass wir uns etwa bei Rauchbildung rechtzeitig in Sicherheit bringen.

    Inzwischen gibt es neue Möglichkeiten für die Behandlung.

    In den vergangenen Jahren haben Medizin und Forschung zunehmend Erkenntnisse darüber gewonnen, welche Entzündungsprozesse der chronischen Entzündung in Nase und Nasennebenhöhlen mit Nasenpolypen zugrunde liegen können. Auf Basis dieses Wissens wurden innovative, zielgerichtete Therapien mit neuen Wirkstoffen entwickelt – die Biologika. Biologika werden u. a. dann eingesetzt, wenn andere medikamentöse Therapien und eine Operation nicht dauerhaft zum Erfolg geführt haben.

    Tatsächlich sind die Nebenwirkungen von Biologika beispielsweise im Vergleich zu Kortisontabletten überschaubar.

    Die Sicherheit von Biologika wurde in umfangreichen Studienprogrammen gezeigt. Mögliche Nebenwirkungen waren in den meisten Fällen von kurzer Dauer und bedurften zumeist keiner zusätzlichen Behandlung. Weitere Informationen erhalten Patient*innen bei Ihrer behandelnden HNO-Ärztin bzw. Ihrem behandelnden HNO-Arzt.

    Neue, zielgerichtete Therapien wie zum Beispiel Biologika können hier eine weitere Möglichkeit bieten.

    Seit einigen Jahren sind mehrere Biologika zur Therapie der chronischen Entzündung in Nase und Nasennebenhöhlen mit Nasenpolypen verfügbar. Biologika werden u.a. dann eingesetzt, wenn andere medikamentöse Therapien und eine Operation nicht dauerhaft zum Erfolg geführt haben.

    Hinter den Symptomen kann nicht nur eine Allergie stecken.

    Verstopfte Nase, Dauerschnupfen und Schmerzen im Gesicht sind typische Merkmale einer chronischen Entzündung in Nase und Nebenhöhlen mit Nasenpolypen. Betroffene sollten einen Termin bei ihrer HNO-Ärztin oder ihrem HNO-Arzt vereinbaren, um abzuklären, ob evtl. eine chronische Entzündung in Nase und Nebenhöhlen mit Nasenpolypen vorliegt.

MAT-DE-2201188-1.0-05/22